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DenDen "einfach mal den Mund halten"-Preis

möchte ich gerne meiner Mutter verleihen. Heute war Freitag der Dreizehnte. Mein Tag war trotz mangelnden Aberglaubens entsprechend.


Mein Zug fuhr ungewöhnlicherweise pünktlich ab, dafür hatte ich eine Mitfünfzigerin im Minirock und gespreizten Beinen mir gegenübersitzen die, wie ich leider zu spät um mich noch umzusetzten feststellte, die Beine von OBEN bis UNTEN voll mit Schuppenflechte hatte. Ah, nein. Entschuldigung. Es war eine hautfarbene Netzstrumpfhose mit floralem Muster, was die Implikation der Schuppenflechte leider nicht milderte und meinen Würgereiz bei Laune hielt. Die erste Amtshandlung dieser ach so jugendlich gekleideten Rentnerin war es das Fenster zu schließen. Denn selbst bei 35 Grad im unklimatisierten RB ist Zugluft unerträglich. Gott sei Dank stieg sie dann bereits in Roisdorf aus, um von einem Menschen ersetzt zu werden, der an diesem Punkt der Handlung noch keine große Rolle spielt, sondern erst später von Bedeutung sein wird. Ich verrate nur so viel: Ein unscheinbarer etwa dreißigjähriger Mann, der mir eigentlich gar nicht weiter aufgefallen wäre.


In Sechtem hielt dann mein Zug, um überholt zu werden. So viel zu der freudigen "Nicht-Verspätung" meines RB. Aber noch schien mir alles ganz regulär. Misstrauisch wurde ich, als wir in

Brühl erneut hielten. Wie viele Züge konnten uns wohl bis Köln noch überholen? Nach zehn Minuten dann die Meldung: "Auf Grund eines Triebwagenschadens wird sich die Weiterfahrt, um einige Minuten verzögern."

Auch wenn ich das Fenster nach Ausstieg der Schuppenflechtefrau wieder geöffnet hatte, brachte das ganze ohne Fahrtwind sehr wenig. Nach weiteren 10 Minuten erfuhren wir dann:

"Leider scheint die Lock schwerwiegend beschädigt. Die Weiterfahrt wird sich um UNBESTIMMTE Zeit verzögern. Bitte bleiben sie im Zug. Alle nachfolgenden Züge werden sich hinter uns stauen, da es in Brühl kein Ausweichgleis gibt!"


Also rief ich meinen Vater an. Sein Kommentar dazu beinhaltete zusammengefasst: Och ne... Autobahn, Berufsverkehr, Brühl ist doof. Warte mal ab was die sagen wie lange das noch dauert.

Dass "unbestimmte Zeit" war für mich eigentlich ein eindeutiges ZU LANG, mein Vater wollte aber scheinbar mindestens versprochene zwei Stunden attestiert haben.


Da saß ich also, bis mein Handy erneut klingelte. Das erwartete "Kind wir kommen dich holen" wurde ersetzt von. "Guten Tag hier spricht Frau Schlampe (Name aus rechtlichen Gründen geändert) von E-Plus, wie ich sehe haben sie den tollen, günstigen, fabelhaften "Zehnsationsvertrag" etc...

Nachdem ich der Frau mehrfach gesagt hatte, dass ALLE MENSCHEN, die ich kenne E-Plus nutzen und JA auch den ZEHNSATIONSVERTRAG, schon seit JAHREN und es auch für IMMER UND EWIG tun werden, kam dann schließlich doch noch eine Ansage und ich bat die Frau um Ruhe. Die sie mir natürlich nicht gewährte. Mein lautes MOMENT BITTE ins Telefon brachte mir leider nur ärgerliche Blicke anderer Passagiere ein, die AUCH gerne hören wollten, dass uns nun der

Lockfahrer empfahl auf die Brühlerstadtbahn auszuweichen oder zurück nach Bonn zu fahren und andere Strecken zu versuchen.

Jetzt kommt der große Auftritt meines Gegenüber:

Dieser sprang auf. Schrie: VERDAMMTE SCHEISSE DAS WÄRE UNS MIT DER REICHSBUNDESBAHNVERORDNUNG NIE PASSIERT! und stampfte wütend umher, so dass ich mich mit dem Schrecken davon machte.


Ich rief also nochmals zu hause an. DAS sollte für meinen Vater doch reichen, oder? Ich hatte meine Mutter dran:

"Fährt nicht die 18 in Brühl?"

Dass die 18 leider NICHT direkt unter dem Bahnhof Brühl fährt, geschweige denn dass ich eine Ahnung gehabt hätte WO, war genauso wenig überzeugend wie das Argument, dass ich mit der 18 noch ÜBER NE STUNDE bis nach hause brauchen würde, die man sicherlich auch brauchte, um mich einfach zu HOLEN!


Neee, ich sollte halt mal gucken. Nun kenne ich mehrere Brühlermenschen, die mir Wegbeschreibungen gaben, die Brühler Altstadt, war auf dem Brühler Stadtfest, wegen dem mehrere Straßen, durch die ich hätte laufen sollen gesperrt waren, beziehungsweise voll gestopft mit alten Säcken, die nebst Blasinstrumenten noch peinliche Peter-Pan-Uniformen trufen, lief durch den ganzen Brühler Friedhof, um mit besoffenen Brühler-Stadtfest-Spastikern GOTT SEI DANK die 18 zu kriegen, die mich nach Köln brachte. Natürlich unklimatisiert.


Das GROSSZÜGIGE Angebot meiner Eltern mich am Wienerplatz abzuholen, sollten sie sich in den ARSCH schieben. Denn die Vier braucht nur 10 Minuten bis nach Dünnwald, während meine Eltern um mich abzuholen zehn Minuten HIN brauchen und noch mal 10 Minuten mit mir zurück, was also im Schlimmstfall das Doppelte an Zeit ergiebt. Außerdem ist die Vier ja auch klimatisiert.


Die 18 kam in dem Moment an, in dem die Vier oben stehen sollte. Ich sprintete also die Rolltreppen hoch, wurde von einer BLÖDEN BLONDIERTEN SCHLAMPE ausgelacht und sehe oben warum: Die 3 und die 4 fahren nicht, wegen eines Unfalls auf den Gleisen.


Also musste ich doch wieder zu hause anrufen. Konnte meinen Eltern das Gefühl der Wohltäter, die

ihr Kind ja doch abholen nach einem schlimmen Tag leider NICHT vorenthalten, denn es stimmt ja nicht, dass sie mir in solchen Situationen nicht helfen.


Wir aßen also zusammen zu abend. Ich war NICHT zickig, sonder versuchte noch etwas Humor aus der Sache mit der Schuppenflechtefrau, den alte Säcke-Volksfest-Musikanten in Brühl und dem zu spät geborenen NSDAP-Parteimitglied zu erzählen und als ich fertig bin, bringt Mama es fertig

zu sagen:


"Ich bin ein bisschen depremiert. Ich würde so gerne mal etwas erfreuliches hören."


DA kommt man sich verarscht vor. ABER SO RICHTIG! "Tut mir Leid Mama dass MEIN

Tag scheiße war und dein auf dem Balkon Herumsitzen und Badezimmerfliesen aussuchen dich SO depremiert hat. Es tut mir auch Leid, dass ich in drei Tagen drei Klausuren schreibe, davon eine Samstag und dass die Deutsche Bahn es verdient hätte 37 % Krebszellen im Körper statt Gehaltserhöhung zu bekommen.


Geil war auch: Ich fahr dich dann Morgen zum Bahnhof. Ich nur "Bringt nichts ich fahr nicht von Mühlheim, sondern von Bahnhof West."

"Warum?"

"Weil mein Zug nicht in Mühlheim fährt"

Und schon war ich das UNDANKBARE Kind dass es nicht annimmt, wenn die Mutter es aus purem Altruismus zum Bahnhof fahren würde.


Noch besser ist aber,dass die Morgen SOWIESO nach Bonn fahren, um Christian zu besuchen, der ab Morgen 2 Wochen in Ludwigshafen ist. Aber man kann Christian nicht morgens um 9 besuchen und mich auf dem Weg nach Bonn mitnehmen - dann muss der Junge ja früh aufstehen.

Mann kann auch nicht so fahren, dass man mich nach meiner drei Stundenklausur wieder mit nach HAUSE nehmen könnte, weil sie erst DANN dahin fahren, wenn ich gerade mit der Klausur fertig bin.


Das Auto kriege ich auch sowieso nicht. Auch nicht als die Bahn gestreikt hat.

Denn: Pass auf! Ich finde in Bonn ja keinen Partkplatz!

Meine Mutter WEISS nämlich, dass wenn ICH Klausur schreibe auch SAMSTAGS!, dass dann das Uni-Parkhaus bis zum BRECHEN voll ist.


Vielleicht sollte ich rübergehen und was von MARIENKÄFERN erzählen. Vielleicht

hebt das Mamas Depression ja.


Meine Fresse.

13.7.07 21:27
 


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